Schüler engagieren sich mit Nistkästen für die Umwelt

VS-Obereschach/Weilersbach (md) Die Vielfalt an Arten könnte viel größer sein, wenn ausreichend Niststätten bzw. Quartiere vorhanden wären! Um diesem Missstand abzuhelfen und um grundsätzlich die Artenvielfalt zu fördern, basteln die Schüler an der Grundschule in Obereschach jeweils im Frühjahr Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten an. Schon bald kommt mit den wärmenden Sonnenstrahlen der Fortpflanzungstrieb der frei lebenden Vögel in Gang und sie können dabei beobachtet werden, wie sie frühzeitig versuchen, die richtigen Brutplätze zu finden und gegen Mitbewerber zu verteidigen. Dabei haben die verschiedenen Vogelarten ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Kriterien und Vorlieben, was einen guten Nistplatz ausmacht. Franjo Soldo, Lehrer an der Grundschule betont: "Fördern möchten wir Vögel, die es schwer haben, in älteren Bäumen passende Nisthöhlen zu finden, da einerseits die älteren Bäume mit ihren Löchern und abfallenden Ästen von den Menschen oft zu schnell beseitigt werden und andererseits, dort noch vorhandene Nistplätze heiß umkämpft sind." Daher bauen sie Nistkästen für kleine Meisen und Kleiber. "Das kleine Einflugloch hält größere und stärkere Vögel fern."

Die kaum zwölf Zentimeter großen Blaumeisen bleiben meistens dort, wo sie geschlüpft sind. Gern werden Nisthilfen angenommen und sehr aufwendig Nester gebaut. Etwa Mitte April werden sechs bis zwölf Eier gelegt und vom Weibchen bebrütet.

Der bis zu 15 Zentimeter große Kleiber, der es bestenfalls auf 25 Gramm Gewicht bringt, kann an Baumstämmen und Ästen sogar kopfabwärts klettern. Hier sucht er nach Insekten, die sich in den Ritzen der Borke verstecken oder auf Blättern zu finden sind. Nistkästen werden gerne angenommen und bei Bedarf nach Art des Kleibers auf das richtige Format angepasst. Um anderen Vögeln den Zugang zu verwehren, wird der Eingang bis auf ein kleines Loch von etwa 3,5 Zentimetern Durchmesser mit Lehm zugeklebt – ein Verhalten, von dem sich der Name Kleiber ableitet. Je nach Witterung suchen Kleiber ab Ende Februar eine geeignete Nisthöhle. Ab Ende März geht es dann mit dem eigentlichen Nestbau los. Mitte April legt das Weibchen fünf bis acht Eier, die zwei Wochen lang bebrütet werden.

Fleißig geschraubt wurde in den vergangenen Tagen im Unterricht bei den Drittklässlern an der Grundschule Obereschach und der Außenstelle in Weilersbach.

Sie durften einen Bausatz eines Nistkastens zusammensetzen und bemalen, den sie nun in den nächsten Tagen rund um die beiden Pausenhöfe an verschiedenen Bäumen aufhängen möchten. Jeder Schüler hat seinen eigenen Nist­kasten, den sie als Pate beaufsichtigen sollen. Und der Wunsch der Kinder ist nachvollziehbar. Sie wünschen sich, dass das kostenlose Mietangebot von Meisen und anderen Höhlenbrütern angenommen wird und, dass sie aus sicherer Entfernung beobachten können, wenn die Meisen ihr Nest bauen und womöglich dann die Brut aufziehen.

Im Herbst wird kontrolliert

Im Herbst werden die Nistkästen kontrolliert und abgehängt und sie gehen in den Besitz der Kinder über. Ziel ist es, dass die Mädchen und Jungen die Nistkästen im eigenen Garten aufhängen.

Seit Jahren findet diese umweltbewusste Aktion an der Grundschule statt und stößt auf großes Echo. Die beiden Schulfördervereine  unterstützen diese Aktion. Die Nistkastenbausätze wurden beim BUND bestellt und in Behindertenwerkstätten gebaut.

 

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